Was bedeutet Diversity und Inclusion?

Worum geht es bei den beiden Begriffen Diversity und Inclusion? Und worin liegt der Unterschied? Wir fragen eine, die’s genau weiss: Nicole Niedermann, Senior Project Manager am Kompetenzzentrum für Diversity & Inclusion (CCDI) an der Universität St. Gallen.

Nicole, was bedeutet Diversity?

Diversity oder Diversität beschreibt die Vielfalt, die in einer Organisation durch die Mitarbeitenden mit ihren unterschiedlichen Merkmalen entsteht. Es gibt verschiedene Dimensionen von Diversität. Neben Geschlecht, Alter oder Herkunft sind auch ein guter Mix von Erfahrungen, Präferenzen, Wissen, Ausbildung etc. ausschlaggebend. Menschen mit verschiedenen Merkmalen und Backgrounds bringen unterschiedliche Perspektiven und zusätzliches Know-how ins Unternehmen. Heterogene Teams sind deshalb eine grosse Chance für Organisationen.

 

Welch Rolle spielt dabei Inclusion?

Viele setzen stark auf Diversity und vernachlässigen dabei die Inclusion, also die Zugehörigkeit. DiverseTeams florieren erst dann, wenn sich jede und jeder als gleichberechtigtes Individuum akzeptiert und zugehörig fühlt. Dies ist der Fall, wenn eine inklusive Unternehmenskultur von allen gelebt wird. Menschen aus untervertretenen Gruppen zu rekrutieren, genügt nicht. Ein Lernprozess und viel Verständnis sind nötig, damit Vorurteile abgebaut und potentielle Diskriminierung ausgemerzt werden. Dies bedeutet oftmals kulturellen Wandel und braucht Zeit.

 

Wie packt Ihr D&I-Projekte an?

Wir sehen uns als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis. Indem wir beispielsweise die HR-Daten eines Unternehmens analysieren und mit dem Branchendurchschnitt vergleichen sehen wir, wo es steht. Dann untersuchen wir beispielsweise, warum sich keine jungen Leute bewerben, warum Frauen seltener befördert werden oder öfters aus Führungspositionen ausscheiden als Männer. Schliesslich geht es um die Frage: Was können wir tun, um eine ausgeglichene Vielfalt über alle Hierarchiestufen hinweg zu erlangen und zu erhalten? Das ist nur ein Beispiel. Meist verfolgen wir nach einer anfänglichen «Standortbestimmung» einen massgeschneiderten Ansatz. Eines unserer wichtigsten Tools ist das Diversity Benchmarking. Seit zehn Jahren arbeiten wir damit und entwickeln es laufend weiter.

 

Vielen Dank Nicole für das Gespräch.

 

Nicole Niedermann und ihr Team des Kompetenzzentrum für Diversity & Inklusion bieten Unternehmen gezielte Unterstützung, Beratung und Training, um D&I organisationsintern zu stärken und zu managen.

Quote: «Diversity und Inclusion – das eine geht nicht ohne das andere.»