3 Fragen an Luca Ruch

Luca Ruch ist HR-Berater bei der Thurgauer Kantonalbank

Was ist euer Ziel im Bereich Diversity Management?

Unser oberstes Ziel ist die Chancengleichheit und die Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben. Frauen sind bei uns in Spezialistinnen- und Führungspositionen noch immer untervertreten. Mit diversen Massnahmen wie einer fortlaufenden Awareness-Kampagne, verschiedenen Job-Sharing-Modellen, Laufbahn- und Entwicklungsgesprächen sowie eines aktiven Austauschs mit Führungspersonen haben wir erste Schritte eingeleitet. Das Ziel, mehr Frauen in Führungs- und Spezialistinnenfunktionen zu beschäftigen, haben wir in unserer Unternehmensstrategie verankert. Zudem besuche ich den CAS Diversity- und Gleichstellungskompetenz mit dem Ziel, der TKB als HR Berater und Spezialist noch mehr Insights bieten zu können.

Wieso ist dir Diversity in eurem Unternehmen wichtig?

Die Wichtigkeit gut durchmischter Teams und die angemessene Vertretung von Frauen in Spezialistinnen- und Führungsrollen ist wissenschaftlich belegt. Bezüglich Alter haben wir heute schon eine gute Durchmischung, gleichzeitig sind bei der TKB Frauen in Führungs- und Spezialistinnenfunktionen aber noch untervertreten. Dies wollen wir ändern. Es ist unser Anliegen, gut ausgebildeten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive Möglichkeiten in Führungs- und Spezialistinnenfunktionen anzubieten. Denn Diversität ist wichtig und vor allem bereichernd.

Hast du einen Best-Practice Tipp bezüglich Rekrutierung von "diverse Talent"?

Wir achten darauf, schon bei der Ausschreibung einen möglichsten grossen Kreis an potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten anzusprechen. Wir legen grossen Wert darauf, spannende Funktionen, deren Arbeitsinhalt und die dafür gesuchte Persönlichkeit, möglichst ansprechend zu beschreiben. Was die Personen an Erfahrungen mitbringen muss, wie gut der Rucksack gefüllt sein soll und welche Ausbildungen gefordert sind, fassen wir mit wenigen, aussagekräftigen Worten zusammen – anstatt wie oft üblich in Stellenausschreibungen dutzende Einzelkompetenzen und Erfahrungen aufzuführen. Erfahrungen zeigen, dass Männer eher von sich sagen «geht schon irgendwie», während Frauen abwägen, ob sie sämtliche (!) Anforderungen mitbringen. Mit dieser Art der Vorstellung der Vakanz legen wir den Fokus auf den Menschen und seine Persönlichkeit.

Interview: Samuel Stalder, Co-Founder